**„Wir kommen mit der ganzen Familie zu dir auf Pfannkuchen, und kauf auch roten Kaviar, ohne essen wir nicht“, erklärte die Schwägerin.** Nina nahm das Telefon vom Ohr, sah auf den Bildschirm, als erwarte sie dort das freche Gesicht von Larissa zu sehen, und atmete langsam aus. — Ich sage ja: Wir kommen mit der ganzen Familie zu dir auf Pfannkuchen, aber kauf roten Kaviar, ohne essen wir nicht! — erklärte die Schwägerin so laut ins Telefon, dass sogar der Kater, der auf de… En voir plus

Der Samstag war trüb, aber Ninas kämpferische Stimmung vertrieb die Wolken besser als jede Luftwaffe.

Schon am Morgen war sie in der Küche beschäftigt.

Sie setzte Teig an — viel, einen ganzen Eimer voll.

Backen konnte sie virtuos, daran gab es nichts zu rütteln.

Die Pfannkuchen flogen goldgelb, dünn und spitzenartig aus der Pfanne — man hätte sie direkt auf eine Ausstellung schicken können.

Kostja, der den Duft des Gebäcks gerochen hatte, schlich um sie herum und versuchte, einen heißen Pfannkuchen zu stibitzen.

— Die Hän-de! — klatschte Nina ihm gutmütig mit dem Handtuch auf die Finger.

— Das ist strategische Reserve.

Die Gäste sind unterwegs.

Punkt 14:00 Uhr klingelte es an der Tür.

Auf der Schwelle stand Larissa — in einem neuen Pelzmantel (auf Kredit natürlich, das wusste die ganze Familie), ihr Mann Vitalik (ständig kauend und schweigsam) und die beiden Zwillingssöhne Denis und Anton.

Die Jungs waren groß, geschniegelt und ständig hungrig.

In den Händen hielten die Gäste… nichts.

Absolut nichts.

Nicht einmal eine Tafel Schokolade zum Tee hatten sie mitgebracht.

— Oh, was für Düfte! — Larissa zog, ohne die Schuhe auszuziehen, schnuppernd die Luft ein.

— Also, Ninka, gut gemacht.

Ich hoffe, den Kaviar hast du nicht vergessen?

Vitalik und ich haben unterwegs schon davon geträumt.

— Kommt herein, meine Lieben, wascht euch die Hände, — lud Nina sie mit honigsüßer Stimme ein.

— Alles ist fertig, alles genau wie bestellt.

Der Tisch war mit kaufmännischer Großzügigkeit gedeckt, allerdings mit einem kleinen Detail.

Mitten auf dem Tisch thronte ein Berg von Pfannkuchen.

Daneben standen Schälchen mit Marmelade (selbstgemacht, aus dem Garten), Honig und Kondensmilch.

Und in der Mitte lag auf einem Kristalltellerchen Kaviar.

Roter.

Körniger.

Nur war das Tellerchen winzig.

Und darin steckte ein kleiner silberner Kaffeelöffel, kaum so groß wie der Fingernagel eines Babys.

— Setzt euch, greift zu! — kommandierte Nina und setzte die Gäste an den Tisch.

Larissa plumpste auf einen Stuhl, ließ ihren scharfen Blick über den Tisch schweifen und starrte verwirrt auf das kleine Kaviarschälchen.

— Nin, was ist das?

Eine Probeportion? — schnaubte sie.

— Ich habe doch gesagt: Wir kommen mit der ganzen Familie.

Das reicht doch nicht mal für einen Zahn!

— Larotschka, — Nina machte ein betrübtes Gesicht und legte die Hände an die Brust.

— Du kannst dir nicht vorstellen.

Das ist nicht einfach Kaviar.

Das ist Exklusivware.

Wilder Lachs, von Hand gefangen in den ökologisch sauberen Gewässern Kamtschatkas bei Vollmond.

Ich habe ihn über Bekannte bekommen, durch Beziehungen.

Der Preis ist unaussprechlich.

Jedes einzelne Ei ist Gold wert.

Ich habe beschlossen: lieber wenig, aber echte Qualität, als euch mit Ladenchemie zu füttern.

Wir sind doch Familie, und für die Eigenen nur das Beste!

Kostja verschluckte sich an der Luft und hustete, während er sein Lächeln in der Faust versteckte.

Er hatte den Kassenzettel aus dem nächstgelegenen Supermarkt sehr wohl gesehen, auf dem ein ganz normales Gläschen aus der Aktion „2+1“ stand, schwieg aber klugerweise.

Seine Frau spielte ihr Spiel.

Die Neffen, ohne auf die Rede ihrer Tante über den Vollmond zu hören, streckten bereits ihre Tatzen nach den Pfannkuchen aus.

— Mama, gib den Kaviar! — brummte Denis mit Bassstimme.

— Wartet! — stoppte Nina sie mit der herrischen Geste einer stellvertretenden Schuldirektorin.

— So ein Produkt darf man nicht löffelweise essen.

Das ist schlechter Stil.

Der Geschmack geht verloren.

Echte Gourmets, — sie sah Larissa bedeutungsvoll an, — genießen nur kleine Mengen.

Nina nahm persönlich das winzige Löffelchen und legte jedem genau fünf Kaviarkörner auf den Pfannkuchen.

— So.

Jetzt rollt ihn ein und genießt das Bukett des Geschmacks.

Spürt ihr die Noten der Meeresbrise?

Larissa verzog das Gesicht, widersprach aber nicht — der Status als „Gourmet“ verpflichtete.

Sie rollte den Pfannkuchen zusammen, biss hinein und begann demonstrativ langsam zu kauen.

— Also… ja…

Nicht schlecht.

Salz ist in Maßen.

Aber, Nin, das ist doch ein bisschen wenig.

Die Männer brauchen etwas Sättigenderes.

— Dann nehmt doch welche mit Fleisch! — rief Nina fröhlich aus.

— Ich habe extra welche gemacht.

— Oh, mit Fleisch, das ist was, — lebte der schweigsame Vitalik auf.

Nina schob ihnen eine große Platte mit gefüllten Pfannkuchen hin.

— Greift zu!

Ganz frische Füllung.

Vitalik schnappte gierig einen Pfannkuchen, biss die Hälfte ab und erstarrte.

Seine Kiefer bewegten sich langsam, und in seinen Augen erschien ein Ausdruck tiefster Verwirrung.

— Nin… was ist das denn? — fragte er mit vollem Mund.

— Das ist doch… Kohl?

— Kohl! — bestätigte die Gastgeberin strahlend.

— Geschmort, mit Karotten und Tomatenmark.

Ein Genuss!

— Du hast doch gesagt — mit Fleisch…

— Nun ja, Kohl ist doch das Fleisch des Gemüsegartens! — zitierte Nina einen alten Witz, ohne mit der Wimper zu zucken.

— Vitalik, zu viel tierisches Eiweiß ist doch nicht gut für euch.

Cholesterin, Blutgefäße…

Ich sorge mich um deine Gesundheit.

Und Fleisch ist heutzutage… na, du weißt schon.

Ich dachte mir: Ihr habt doch um Kaviar gebeten.

Das ganze Budget ist für dieses Exklusivprodukt aus Kamtschatka draufgegangen.

Ich musste wählen: entweder Elite-Kaviar oder gewöhnliches Fleisch.

Ich habe mich für die Delikatesse entschieden.

Ich konnte meiner geliebten Schwägerin doch nichts abschlagen?

Larissa saß rot da wie genau der Kaviar auf dem Tellerchen.

Sie verstand, dass man sie hereingelegt hatte, konnte aber nichts dagegen sagen.

Gibt es Kaviar?

Ja.

Gibt es Pfannkuchen?

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